ich muss ja zunächst sagen: ich hasse dogmafilme! nichts ist schlimmer als der versuch eine sonderbare art von realismus im film erzeugen zu wollen; und das dann mit stark verwackelten bildern - unerträglich, da wird mir immer ganz schlecht vom zuschauen! und schon kommen wir zum ersten positiven aspekt von dogville: in einem absolut künstlichen raum entspinnt sich die geschichte um die weibliche hauptfigur. es gibt kamerafahrten, überblicksansichten von oben, etc.. die szenen die aus der hand gefilmt sind, sind nicht ganz so extrem verwackelt wie die in vinterbergs festen. dogmatypisch ist der minimalismus und reduktionismus zwar, aber doch sehr artifiziell. selten wird man auch mit tollen bildern, wie dem, wenn grace, unter einem tuch versteckt, auf einem karren durch die gegend gefahren wird. um es abzukürzen: diese "dogma 2" idee gefällt mir überaus gut, und hat mich im fall von dogville auch überzeugt.
ich habe den film zuerst im kino und später dann noch mal auf dvd gesehen. beide male war ich danach sehr beeindruck, ohne genau in worte fassen zu können warum, da es durchaus punkte gibt, die mir an dogville missfallen.
erst mal drängte sich mir ständig die frage auf: warum hat trier nicht ein theaterstück inszeniert? brecht wäre stolz auf ihn gewesen! aber theater hat im kino, meiner meinung nach, nichts verloren. anders gesagt: so sehr mich die form angesprochen hat, so sehr stößt sie mir in einem film auf. -- schwer zu beschreiben.
trier versteht ja durchaus etwas von seinem handwerk. die geschichte ist insesamt gut und in epischer breite erzählt, und wartet mit einem spektakulären ende auf. (hier wird es noch schwieriger, da ich eigentlich auch nichts weniger mag als moralisierende filme) und trotzdem: dieses karthatische ende des films ist ein würdiger höhepunkt, und erinnert an ein endzeitliches, apokalyptisches ende.
die einführung des erzählers, der zusätzlich noch einmal mehr für distanz sorgt, verstehe ich nicht als mangel. im gegenteil: vom film geht eine faszinierende kälte aus, die der ironisierende erzähler stützt. ein weiteres element, was den film auszeichnet.
es lohnt sich übrigens durchaus, auch wenn man den lars jetzt nicht soo mag, einmal dancer in the dark anzusehen! die filme funktionieren nach einem ähnlichem prinzip. lediglich das ende unterscheidet sich sehr stark. die wiederum weibliche hauptfigur (björk - allein deshalb lohnt es sich ja schon) erleidet dort, nach einem ählichem leidensweg, eine art von märtyrertod.
By , at 17/4/06 19:38