Your Man


Offenbar gibt es jetzt einen Dokumentar-/Konzertfilm über Leonard Cohen, der "Leonard Cohen - I'm Your Man" heißt. Hach, der gute alte Leonard Cohen. Es gab eine Zeit, da er mir sehr wichtig war, das war jene Epoche in meinem Leben, da ich mich hauptsächlich von sehr süßem Tee ernährte. Aber wir haben uns etwas aus den Augen verloren, Leonard und ich. Vielleicht macht Zen-Buddhismus doch nicht immer weise? Flüstert es einem in den einsamen Nächten auf dem Berg zu "untermale Deine schönen Songs mit Keyboardteppichen und flauschigen Hintergrundchören, auf dass sie klingen wie Gummibärchen auf Schwarzbrot"? Offenbar, seinen Alben seit ca. 1982 nach zu urteilen.

Jetzt nimmt er offenbar Duette mit Bono auf, während Leute wie Neil Diamond, die schon längst vergessen waren, sich von Rick Rubin produzieren lassen und aus dem Nichts ein wunderbares Album aufnehmen. Aber was soll's, Leonard, ein Meisterwerk wie Songs of Love and Hate kann dir keiner mehr nehmen.

Den Film schaue ich mir natürlich an, sobald er hier läuft. Auf die alten Zeiten.


Handyspam II


Geheimnisvolle Botschaften aus Funknetzen.

Carolin meinte so
Lea war da
Walter will sich ebenfall eine bestellen
ha ziness news


Wallace Stevens - The Snow Man


The Snow Man

One must have a mind of winter
To regard the frost and the boughs
Of the pine-trees crusted with snow;

And have been cold a long time
To behold the junipers shagged with ice,
The spruces rough in the distant glitter

Of the January sun; and not to think
Of any misery in the sound of the wind,
In the sound of a few leaves,

Which is the sound of the land
Full of the same wind
That is blowing in the same bare place

For the listener, who listens in the snow,
And, nothing himself, beholds
Nothing that is not there and the nothing that is.


Der Schneemensch

Man muss ein Hirn von Winter haben
um den Frost und die Äste
der tannen Schneeverkrustet zu erkennen

und sich lange kalt gewesen sein
um die überreiften Wacholder zu erblicken,
die Fichten rauh im fernen Glitzern

der Januarsonne; und nicht an eine
Trauer im Geräusch des Winds zu denken,
im Ton weniger Blätter

das der Klang des Landes
voll des gleichen Windes
das im gleichen kahlen Raum bläst ist

dem Zuhörer, der im Schnee hört,
und, selbst keiner, nichts erblickt
das nicht da sei und das nichts das es ist.



Ich wandere so für mich hin durch die sog. Blogosphere (zu der dieses Blog dann wohl, in einem unbedeutenden Seitenarm eines vergessenen Spiralnebels, auch gehört), und entdecke interessante Sachen.

del.icio.us ist eine Art Lesezeichen-Manager im Internet, was den Vorteil hat, dass man seine Lesezeichen nicht entbehren muss, wenn man nur mal einen anderen Browser benutzt. Außerdem kann man die eigenen Lieblingsseiten mit denen von allen anderen Benuzern vernetzen. Und die Seite hat ein schlankes, schnelles, elegantes Design. Was ich vermisse, ist die Möglichkeit, die eigenen, schon existierenden Lesezeichen zu importieren.

Technorati ist das Google - oder eher noch, das Yahoo - der Blogging-Welt. Da bekommt man sogar in seinem kleinen Seitenarm den Beweis, dass man existiert - würde jetzt z.B. jemand etwas über David Mitchells hervorragenden Roman "Cloud Atlas" erfahren wollen....

Äh, das war's schon. Die Liste wird fortgesetzt.


Schmutz ist Materie am falschen Ort.


Ich habe mir die erste Ausgabe der Zeitschrift FELD Hommes ("für Männer und andere Menschen") gekauft, denn sie besticht nicht nur durch den ulkigen Namen und ein gelungenes <- Titelbild, sondern auch und vor allem durch das Versprechen, ein Männermagazin mit Anspruch zu sein. Oder zumindest sein zu wollen.

Das klingt einem glamourinteressierten, intellektuellen Metrosexuellen wie mir natürlich wie Musik in den Ohren. Und die Herausgeber haben recht, wenn sie schreiben, dass es das bisher nicht gab. Die GQ ist, glaube ich, noch das anspruchsvollste "Männermagazin", was bedeutet, dass zwischen dem klassischen Dreiklang Autos/Titten/Muskeln hin und wieder ein angesagter Popliterat o.ä. für etwas Flair sorgen darf. Und selbst das scheint in den letzten Ausgaben zurückgegangen zu sein; verkaufte sich wohl nicht.

FELD Hommes ist jedenfalls leider nicht mehr als ein netter, aber gemessen am Anspruch enttäuschender Versuch. Ich weiss nicht, wer auf die Idee gekommen ist, das erste Heft unter das Thema "Dreck" zu stellen, aber besonders gelungen ist das nicht. Gut, man kann dreckverschmierte Models präsentieren, man kann eine Reportage à la brand eins über Kärcher machen, aber allzu viel Anregendes gibt es dazu (offenbar) nicht zu sagen. Der abgedruckte Aufsatz von Christian Enzensberger (verwandt mit dem "großen" Enzensberger) ist schön und enthält den prima Satz, den ich für den Titel dieses Postings geklaut habe, steht aber im Heft rum wie Rita Süßmuth beim Schlammcatchen (as it were). Keine gute Idee ist es auch, Artikel ("für den Kopf") und Fotostrecken ("für das Auge") streng zu trennen. Da kommt kein "Flow" auf, wie wir Zeitschriftenkritiker sagen.

So wirkt das ganze zusammengeschustert: ein bisschen GQ, ein bisschen neon, recht viel brand eins, und dann auch noch (haben die das nötig? jetzt schon?) eine Fotostrecke mit Luxus-Geländewagen inkl. aus dem Katalog abgepinselter Quasi-Werbetexte. Für mich alten Ortho-Fascho sind aber am schlimmsten die Berge an Tipp- und Rechtschreibfehlern, die einem den Eindruck vermitteln, man hätte eine Generalprobe in der Hand.

Immerhin: das Heft ist groß und schwer und glänzend, und das Titelbild ist wirklich sehr gelungen, so dass man es wunderbar dekorativ herumliegen lassen kann. So gesehen sind 5 € gar nicht mal so teuer: dieses Papier hält bestimmt noch eine Weile.

Die nächste Ausgabe widmet sich dem Thema "Leder" und erscheint am 2.3.2006.
Hmmmmmmmm.... Leder.... warum nicht gleich so?


Handyspam


Bevor ich zum ersten Mal Handyspam bekam, wusste ich gar nicht, dass so etwas existiert. Für diejenigen unter euch, die das auch nicht wussten: schreibt einfach, wie ich unvorsichtigerweise, eure Handynummer auf eine vielbefahrene Website. Schon wenige Tage später wird es so sein wie mir: ihr werdet 4 bis 5 SMS am Tag bekommen, oft nachts, mit kryptischen oder auch weniger kryptischen Mitteilungen. Das hat nicht nur Nachteile: man kann auf die Weise ein reges Sozialleben vortäuschen, indem man bei jeder Spam-SMS das Handy herausholt, wissend-eingeweiht lächelnd, als hätte man gerade den Scoop über eine neue Liebesaffäre im Bekanntenkreis erfahren, und das Handy lässig wieder wegsteckt. (Manchmal kriege ich übrigens auch richtige SMS von richtigen Freunden, habe also gelegentlich tatsächliche real-life-Gründe, wissend zu lächeln. Nur dass ihr nicht denkt, ich verarsch Euch die ganze Zeit. Nur meistens!).

Größtenteils nervt die Spammerei aber nur. Allerdings, und das ist der Grund dieses Postings, gibt es außer den vom klassischen Emailspam bekannten Penisvergrößerungs-, Viagra- und Rolexwerbungen auch echte Perlen der Absurdität, deren Zustandekommen mir ein absolutes Rätsel ist. Ich habe beschlossen, in loser Folge, d.h. immer wenn mir wieder eine derartige SMS zugestellt wird, ihren Wortlaut hier der allgemeinen Ergötzung preiszugeben. Gerade erhielt ich folgende Nachricht:
Katharina kann diese Seite wirklich empfehlen.
Um mitzuteilen, welche Seite das ist, reichten wohl die 160 Zeichen nicht. Aber ich halte Euch auf dem Laufenden, falls ich diesbezüglich noch etwas erfahren sollte.


Fun with your iPod




Oha, die olympischen Winterspiele haben angefangen. In Turin, also gar nicht so weit weg (haben die da Schnee?) Bis vor ca. fünf Tagen wusste ich gar nicht, dass da überhaupt was stattfindet. Ist die Medienhysterie diesmal kleiner ausgefallen, weil sich alles um dänische Karikaturen dreht, oder lese ich nicht mehr die richtigen Zeitungen und schaue kein Fernsehen mehr? Ich weiss es nicht. Aber nicht mal Google weiss was darüber: wenn man "Olympische Spiele" eingibt, kommt erst eine Seite über diejenigen von 1936 (Sommer, Berlin, Diktator). Wenn man "Olympische Winterspiele" eingibt, kommt etwas über diejenigen von Salt Lake City 2002, was immerhin schon wieder nicht ganz so lang her ist.
Ich habe die offizielle Seite schließlich doch noch gefunden, über einen Umweg über Wikipedia. Immerhin hat dieses Großereignis keine lachenden Gesichter als Logo, sondern eine Art sehr wissenschaftlich aussehendes Gitter, das vermutlich Völkerverständigung symbolisieren soll.
Und es hat jetzt schon ein deutscher eine Goldmedaille gewonnen, ein Biathlet. Da es der erste Wettbewerb war, führt Deutschland in der Länderwertung! In SchwarzRotGold-Flaggen gewickelte Massen defilieren jubelnd unter meinem Fenster! (Ach deshalb. 1936? ah nein, falsche Flaggen.)

Aber genug des Medienhypes für heute. Demnächst an dieser Stelle: Kritik eines Autorenfilms (fast) ohne Action.


Hauseingänge


Ich habe festgestellt, dass die französische Telefongesellschaft Fotos sämtlicher Häuser in Paris (und auch noch in vielen anderen Orten) ins Internet gestellt hat: unter www.pagesjaunes.fr kann man eine Straße und Hausnummer eingeben und sieht dann – sogar aus zwei Perspektiven – das dazugehörige Haus bzw. dessen Eingang. Ich habe das natürlich gleich ausprobiert, mit den zwei Adressen der Häuser, in denen ich mal mit Schatz gewohnt habe: hier, Rue de Dunkerque in der Nähe der Gare du Nord und hier, mitten im Marais.

Da sind die Häuser...
Etwas unheimlich ist das ja schon.


LateNightTales: The Flaming Lips



Ich habe gerade eine Compilation gekauft: The Flaming Lips haben ihre liebsten Songs zusammengestellt. Erschienen ist das ganze in einer Compilation-Reihe, von der ich gar nicht wußte, daß sie existiert: Late Night Tales heißt sie, eine Reihe, in der schon so unterschiedliche Leute wie Jamiroquai und Turin Brakes ihre Lieblingssongs veröffentlicht haben.

Die Flaming Lips sind eine Band aus den USA, die seltsame und wunderbare, of ergreifende Musik spielen, die ein wenig klingt wie die Beatles mit viel Synthesizer und Wahnsinn, das Ganze von Phil Spector abgemischt. Jedenfalls ist es wohl dem kontrollierten Wahnsinn zu danken, dass die Sammlung von 20 Songs so abwechslungsreich ist. Schon der Anfang ist toll: es folgt Miles Davis auf Björk, und bald darauf kommt eins der besten Stücke von Roxy Music, 2HB. Ein paar alten Schätzen begegnet man da wieder, und ein paar Bands, die man schon immer mal näher unter die Lupe nehmen wollte.

Bei weitem am tollsten ist aber eine Coverversion, die von den Flaming Lips selbst kommt: der "Harry Potter And George Bush's Severed Head Army Mix" von Seven Nation Army von den White Stripes! Auch da hilft der Wahnsinn weiter.

Und da das Tracklisting bei so einem Album natürlich besonders wichtig ist:

1. Björk - Unravel
2. Miles Davis - My Ship
3. Chris Bell - Speed Of Sound
4. Faust - It's A Bit Of A Pain
5. Roxy Music - 2HB
6. Alfie - People
7. Aphex Twin - Flim
8. Mice Parade - Galileo
9. The Chameleons - Up The Down Escalator
10. The Flaming Lips - Seven Nation Army (exclusive)
11. The Chemical Brothers - Playground For A Wedgeless Firm
12. Love & Rockets - Saudade
13. Lush - Monochrome
14. Psychedelic Furs - Sleep Comes Down
15. Nick Drake - River Man
16. Sebadoh - On Fire
17. Radiohead - Pyramid Song
18. 10cc - I'm Not In Love
19. Brian Eno - Another Green World
20. David Shrigley - The Jist (exclusive spoken word)


Alles neu


Liebe Leserschaft!

ich schreibe etwas lauter, damit mich die Leute in der letzten Reihe, die ich von hier aus kaum erkennen kann, auch noch verstehen. Aaah, da reicht man mir ein Megaphon.
Dann geht's ja auch so.
Wie gefällt euch das neue Design? Habe ich fast alles selbst gemacht von einer gratis-Vorlage übernommen, nur ein paar größere kleinere Änderungen vorgenommen. Jetzt müssen nur noch die Überschriften eingedeutscht werden, und vielleicht noch ein paar neue Links her. Wenn jemand noch Vorschläge hat...
- Was? ich versteh dich so schlecht da hinten. Ray Gomeo? Wer soll das sein?


ich

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