Glasseslessness (=Brillenlosigkeit)


Heute zum ersten Mal Kontaktlinsen. Komisches Gefühl, kein Glas zwischen mir und der Außenwelt zu haben, und trotzdem scharf zu sehen. Das raus- und reinnehmen war überhaupt kein Problem, viel einfacher als gedacht. Hätt ich schon viel früher machen sollen. Aber im Prinzip bleib ich der Brille treu, das rein- und rausfummeln jeden Tag wäre mir dann doch zu mühsam.



ein link (via), der gut zu dem passt, worüber ich letztens schon gesprochen habe: Was würden flickr-User zu Bildern von berühmten Fotografen sagen? Klasse gemacht.



Vorhersage: Das Wort "Klinsmannschaft" hat eine große Karriere vor sich.

24.6.2006: 410 Seiten auf Google.

wird fortgesetzt...



Ist ja ein Klischee, dass auf kompliziertem Weg erforscht wird, was schon alle wissen. Dafür sollte es mal einen Wisschenschaftspreis geben, für den kompliziertesten Beweis einer geläufigen Tatsache.

Heute: Schüchterne sind sensibel, nach dieser Studie hier, die mit einem Dutzend extrem schüchterner und einem Dutzend extrem extrovertierter Kinder durchgeführt wurde (muß lustig gewesen sein).

Zufälligerweise habe ich gestern noch einen Artikel gelesen, der auch von Schüchternheit handelt: nämlich von einem Selbstversuch mit einem in den USA offenbar sehr erfolgreichen Medikament namens Paxil. Was der "Proband" herausbekommen hat, ist sehr interessant: er wurde tatsächlich von einem Party-Eckensteher zu einem, der gern Dönerkes erzählt, aber nur, wenn er vorher Alkohol getrunken hatte. Außerdem verlor er aber jegliches Interesse an seiner kreativen Arbeit als Journalist sowie an guten Büchern etc, empfand Gefühle nicht mehr so stark wie zuvor und dachte ernsthaft darüber nach, sich einen festen Job zu suchen, um mehr Sicherheit zu bekommen. Man könnte auch etwas boshaft sagen, dass er von einem interessanten Menschen zu einem Normalo wurde (über erhöhtes Interesse an Sport hat er immerhin nicht berichtet). Wobei ich damit nicht sagen will, daß Schüchternheit irgendwie "besser" ist als "Normal"-sein, im Gegenteil, shyness can stop you from doing all the things in life you'd like to. Aber das mit dem Alkohol ist schon interessant. Kann es sein, daß viele Menschen deshalb so viel trinken, weil diese Entspannungswirkung bei ihnen viel stärker ist als bei anderen?

Paxil ist übrigens ziemlich in Verruf geraten, vor allem, weil angeblich unter dessen Einfluß ein paar Menschen Selbstmord begangen haben. Es ist ja ohnehin erstaunlich, daß so eine Droge, die einem die ganze Persönlichkeit auf den Kopf stellt, einfach so - und wohl auch ziemlich oft - verschrieben wird oder zumindest wurde.


Kommt die Lyrik-Maut?


Am 3. Oktober soll eine Seite namens iPoems gestartet werden, die vom Autoren vorgelesene Gedichte zum Download auf den iPod bieten wird - zum Preis von 50 Pence pro Gedicht. Also bei dem Preis würde ich ja mindestens eine Langballade erwarten. Ob die auch Haikus anbieten? Da würde man ja fast 5 Pence pro Silbe zahlen.

Aber mal ernsthaft, ob das wirklich jemand nutzen will? Ich bin da ja sehr skeptisch. Zumal es auch Seiten gibt, die vorgelesene Gedichte für umme bieten, zum Beispiel das (die?) hervorragende Lyrikline (braucht leider RealPlayer, bäh). Da kann man, wenn man möchte, sich Gedichte von chinesischen oder baskischen Autoren in deren Muttersprache vorlesen lassen, sogar ein Gedicht in einer Sprache namens Wayuunaiki ist dabei. Dutzende von deutschsprachigen Autoren, Klassikern und zeitgenössischen gibt's auch. Eine Fundgrube.



Auf subtraction.com, übrigens eins der bestdesignten Blogs, die ich kenne: ein schöner Artikel über das digitale Fotografieren, mit Beispielen.

Er spricht mir aus dem Herzen: Ich habe im Moment auch das Problem, dass viele meiner Bilder mit der neuen Digitalkamera (eine Nikon D50) zwar gut aussehen, aber auch ein bisschen „Kalender“ sind: prima anzuschauen, aber nicht viel dahinter. Das ist mit meiner alten Rollei 35T ganz anders: weil man alles von Hand machen muss und viele Dinge auch überhaupt gar nicht da sind (kein Zoom, kein Autofokus, wg. Analogfilm kein ISO-Wechsel), lenkt nicht so viel vom Motiv ab, außerdem ist die Kamera viel kleiner, was nach meiner bisherigen Erfahrung gar kein unwesentlicher Faktor ist für die „Einstellung“ zum Motiv. So interessante Bilder wie mit diesem alten Schätzchen fallen mit mit der neuen noch viel schwerer.

Denn da hatte ich am Anfang die Tendenz, mit der Technik rumzuspielen und z.B. Sachen wie Nachtaufnahmen zu machen, die mit der analogen Kamera, bei der die Belichtungsmessung viel zu unpräzise ist, so gut wie unmöglich sind. Aber eigentlich kommt es ja in erster Linie darauf an, was man fotografiert, und die Technik soll bloßes Hilfsmittel dazu sein- das natürlich erst einmal beherrscht werden muss. Ich würde nicht so weit gehen wie der Autor des o.g. Postings, daß „every picture must tell a story“, bzw. das finde ist fast ein wenig eng. Meiner Meinung nach: Jedes Bild sollte, naja, irgendwie interessant sein. Ja, ich hab's raus.


Was mich an Bildersammelseiten wie flickr auch ein wenig stört, ist die Konzentration der meisten Besucher auf oberflächlich beeindruckende, „schöne“ Bilder. Ich sehe das an meiner eigenen kleinen Sammlung: eines der meistbetrachteten Bilder ist dieses hier,


was gut aussieht, aber eigentlich nicht weiter bemerkenswert ist. Mein Lieblingsbild, das allerdings völlig untergeht, ist dieses hier:


Ich weiss nicht genau, woran das liegt. Alles Deppen, die Leute da ? Glaube ich nicht. Viele sind wirklich gute Fotografen.* Ich glaube eher, es liegt an diesen Thumbnails, die man als Vorschau bekommt – so was wie Bildkomposition oder gar Gesichtsausdrücke sind da natürlich überhaupt nicht erkennbar.

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*: Ich bin übrigens durch Zufall Mitglied einer flickr-Gruppe geworden, deren „Vorsitzender“ Dr Motte, der Organisator der Love Parade, ist. Seine fotografischen Fähigkeiten sind, naja, irgendwie anders).


Bärenstoiberism


Edmund Stoiber, als guter Jurist, der er ist, systematisiert das bayrische Bärenproblem: http://outsider.blogg.de/eintrag.php?id=495 (danke, Tomski).

Ich habe vor kurzem gehört, dass Werner Herzog mal einen Bären vertrieben haben soll, indem er ihn auf bayrisch beschimpfte. - Wenn nun Stoiber sich einfach in den schönen bayrischen Forst stellen würde und, äh.... äh....



Ein Interview mit Mike Skinner, einem der besten Lyriker unserer Zeit.


Smog gets in your eyes


Ich geb's zu, das ist wieder so ein Posting, das hauptsächlich auf meiner Liebe für schlechte Kalauer in Titelzeilen beruht.

Letzte Woche waaren Schatz und ich im Urlaub in Brevörde, das ist ein winziges Dorf im Weserbergland. Wir haben im deckchenreichen Haus ihrer Oma gewohnt, das diese mit ihren eigenen Händen erbaut hat, und das seitdem einen wunderbaren Blick über die Weser, Hügel und Felder bietet. Etwa so:



Wir hatten nichts dort, es war wundervoll: kein Telefon, kein Internet, kein Fernsehen (ausgerechnet dort, am Ende der Welt, war gerade ein paar Tage zuvor auf Digitalempfang umgestellt worden.) Man konnte dort rumsitzen, wandern, schreiben... und jawohl, das taten wir, all das! Wunderbare Luft, Top-Klima! Und dann, wenn wir damit fertig waren, machten wir es nochmal von vorn. Denn was anderes zu tun gab es ja nicht. Großartig!

Aber was hat das nun mit der gekalauerten Titelzeile zu tun? Ah ja, wir sind in Brevörde marschiert und in Hannover, wo wir anschließend waren, auch gelaufen - plötzlich konnte ich viel besser laufen als hier in Berlin. Hier schaffe ich gerade mal eine halbe bis max. Dreiviertelstunde, bevor meine Lunge weitere Luftaufnahme verweigert, und da war das bis zu einer Stunde und mehr (fast) überhaupt kein Problem. Hier bekomme ich nach 10 Min. etwas Asthma-artiges, und dort war davon keine Spur. Es stimmt also wohl, dass die Frankfurter Allee und Umgebung eine der dreckigsten Ecken von ganz Deutschland ist - hier ist einfach weniger Sauerstoff zum einatmen. Ob das wohl ein bisschen ist wie Höhentraining, wo die Athleten hinaufkeuchen, um ihre Produktion an roten Blutkörperchen durch die dünne Luft zu optimieren? Ist man als Berliner Läufer gestählt durch die miese Luft? Ich vermag es nicht zu sagen. Vielleicht ließen sich eher gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen, wenn in Hannover während des Laufens alle eine rauchen müssten. Ein Rauchkringel rund um den Maschsee - das würde Hannover auch endlich mal einen Hauch (!) großstädtischer Verwegenheit bescheren.

Apropos großstädtisch: am Hbf Hannover wird nun nicht mehr angesagt: "Willkommen in der Expo- und Messestadt Hannover", sondern "Willkommen in der FIFA-Weltmeisterschaft 2006-Stadt Hannover". Hannover: eine Stadt, in der manchmal durchaus auch mal Sachen passieren.



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